Review (PC): Rentner-Simulator

Wie ist es eigentlich, wenn man Rentner ist? Wie kann man seinen Tagesablauf gestalten, und welche Hürden müssen überwunden werden? Für alle, die sich dies schon einmal gefragt haben, bringt Astalon nun die Antwort: der Rentner-Simulator. Wie viel Rentner steckt im Rentner-Simulator? Dem gehen wir hier nun auf den Grund.

Wie bei den meisten Simulatoren üblich, bewegen wir uns hier durch die Welt in der Ego-Perspektive, welche erstaunlich gut und detailliert umgesetzt ist. Die Grafik lässt einen richtig ins Schwärmen geraten. Fast könnte man meinen, man spielt kein Spiel sondern schaut quasi durch ein Fenster nach draußen in die wirkliche Welt. Alles ist realistisch dargestellt, und es wurde von Astalon auch wirklich jedes noch so kleine Detail bedacht. Sei es nun die kleine Staubwolke, die bei besonders trockenen Tagen hinter den Autos hergezogen wird, oder die Regentropfen, die physikalisch korrekt an die Fensterscheibe auftreffen und herunterlaufen.

Die Geräuschkulisse wurde ebenfalls mit Blick auf Realismus umgesetzt. Jedes Auto klingt unterschiedlich, und das Radio, welches die bedrückende Stille mit Schlagern auflockert, sorgen für die nötige Atmosphäre. Alles ist in sich stimmig, und bildet die Realität so nah wie möglich ab. Auch ändert sich der Ton abhängig davon, ob man sein Hörgerät eingesetzt und auch eingeschaltet hat. Bei nicht aktivem oder eingesetztem Hörgerät wirkt alles doch sehr leise.

Die Steuerung geht sehr intuitiv von der Hand. Gesteuert wird mit Maus und Tastatur, und kontextsensitiv kann man dann Aktionen ausführen, wie beispielsweise Türen öffnen, Hörgerät einschalten und einsetzen, Radio anmachen und ähnliches. Beim Notieren kann man sich die Notizen aus vorgefertigten Bausteinen zusammenklicken. Da die Steuerung so intuitiv ist, kann man sich voll und ganz aufs Spielgeschehen konzentrieren, ohne eine komplexe Steuerung zu verinnerlichen.

Aber was macht man denn nun in einem Rentner-Simulator? Man frönt den Freuden, die das Alter für einen bereit hält. Das fängt bei dem langsamen aus dem Bett quälen an, nachdem einen der Radiowecker fröhlich mit einem erquickenden Schlager aus dem Schlaf holt. Weiter geht es mit dem Anziehen und fertig machen, und schon kann der Spaß beginnen. Zuerst wird eine ordentliche Kanne Kaffee gekocht, von der wir uns eine Tasse zusammen mit dem Frühstück gönnen. Um Punkt 8 Uhr stehen wir dann im Supermarkt, um den kleinen Einkauf zu erledigen, der uns bis zum Mittag mit dem Nötigsten versorgt. Natürlich gehört hier auch an der Kasse das obligatorische „Moment, ich hab‘s passend“ mit dem Suchen im Portemonnaie dazu.
Danach wird der weitere Vormittag mit Aktivitäten gefüllt, schließlich muss man ja auch die Straße kehren und Ordnung halten. Das Unkraut zupft sich schließlich nicht von alleine. Danach hat man sich erst einmal ein schönes Mittagessen verdient, welches man entweder selber zubereiten oder sich liefern lassen kann.

Bei der Lieferung durch Essen auf Rädern kann man sich dann auch mit dem Lieferanten etwas unterhalten, auch wenn er betont, dass er eigentlich keine Zeit dafür hat. Eine kleine Geschichte von früher geht immer.
Nach dem Essen kann man dann entweder noch einmal in den Supermarkt gehen, weil man sich dort auch super mit dem Personal und wahllos fremden Personen unterhalten kann, oder man schaut ein wenig aus dem Fenster, während im Hintergrund das Radio dudelt. Dabei kann man dann zum Beispiel den spielenden Kindern freundlich aber bestimmt mitteilen, dass man doch auf der Straße nicht Ball spielt, und sie sich doch sofort auf den Bolzplatz verziehen sollen.

Manchmal sieht man aber auch jemanden, der falsch parkt. Als eifriger Bürger ist dann natürlich schnell das Telefon zur Hand und über die Kurzwahl ist man auch schon direkt mit dem Ordnungsamt verbunden, die sich sehr gerne um den Falschparker kümmern. Es gibt also jede Menge zu tun, und viel Freizeitbeschäftigung. Auch notieren wir eifrig, welches Straßenfremde Auto sich wann wohin stellt, und wer alles wann und wie lange Besuch hat. Man ist halt eben sehr aufmerksam und will schließlich, dass die Straße sicher ist. Dies sind zum Beispiel dann Themen, über die man dann mit anderen Leuten zum Beispiel im Supermarkt oder beim Bäcker reden kann.

Um sich selbst den Alltag etwas zu erleichtern, kann man sich selbstverständlich auch Sachen kaufen, die einem das Leben erleichtern. Sei es jetzt nun die Anlage mit ganz großen Boxen, oder einfach nur ein bequemes Kissen, um sich ganz bequem auf der Fensterbank beim rausschauen aufzustützen. Oder man kauft sich ein Klemmbrett und einem wahnsinnig komfortablen Kugelschreiber, mit dem man die Notizen wie von selbst schreibt. Und vor allem darf der Elektroscooter mit dem passenden Gehstock nicht fehlen. Da wird die Fahrt zum Supermarkt zum Kinderspiel.

Zusätzlich hat Astalon bereits jetzt schon angekündigt, dass weitere Orte noch in zukünftigen Updates kostenlos nachgereicht werden. So ist zum Beispiel bereits der Park mit passendem Ententeich in Entwicklung. Auch soll der Rentner-Simulator noch mit einer VR-Funktion ausgestattet werden, wodurch das Spielgeschehen noch einmal eine Stufe immersiver werden dürfte.

Fazit

Insgesamt macht es schon Spaß ein Rentner zu sein. Es gibt einige Situationen, die einem am Anfang noch ein wenig Schwerfallen werden, mit den erhältlichen Verbesserungen jedoch fällt es einem im Spiel dann immer leichter, die Aufgaben des Lebens zu bewältigen, und mit viel Spaß den Tag rum zu bekommen.
Sehr schön finde ich hierbei den Grad der Grafik, die erheblich zum Spielspaß und der Immersion beiträgt. Abgerundet wird es dann noch von den passenden Geräuschen, die die vorbeifahrenden Autos machen, oder die lärmenden Kinder auf der Straße. Alles fügt sich wunderbar zusammen und lädt ein, die Welt und vor allem die Möglichkeiten zu erkunden, die einem geboten werden. Alles in allem ein solider Simulator der mir unglaublich Spaß gemacht hat. Vor Allem freue ich mich darauf, wie sich der Rentner-Simulator in VR spielen wird.

Bildquellen: Baby Vektor, Musik Vektor, Menschen Vektor und Auto Vektor erstellt von pch.vector

1. April 2022, von Andreas 'ResQ' Nix

Rentner-Simulator

PC Spiel

GenreSimulation
PublisherAstalon

Astalon

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