Review (Hardware): Der Poolroboter "Beatbot Sora 70" - ein Praxisbericht
Die wichtigste Hardware im Sommer ist vielleicht nicht die Grafikkarte, sondern ein Gadget, das uns die Freizeit freischaufelt.
Denn jede Minute, die man selbst nicht im eigenen Pool schuftet, können wir zum Daddeln nutzen – oder bei sommerlichen Temperaturen einfach entspannt am Pool sitzen – ohne uns Gedanken darum machen zu müssen, ihn erst mühsam wieder in Schuss zu bringen.
Doch wie viel Arbeit nimmt uns ein solcher Poolroboter tatsächlich ab? Wir haben ihn ins Wasser gelassen und ausprobiert, ob er seinem Versprechen gerecht wird und uns im Sommer wirklich mehr Zeit für die schönen Dinge verschafft.
Angesehen habe ich mir den Sora 70 von Beatbot. Der Poolroboter soll nicht nur die Poolwände und -böden reinigen können, sondern auch die Wasserlinie und die Wasseroberfläche selbst. Gerade auf Letzteres war ich sehr gespannt.
Erstmal auspacken
In der Kiste waren der vollständig zusammengebaute Poolroboter, das Ladegerät und ein großer Plastik-Haken zum Aufstecken auf eine bereits vorhandene Poolstange. So eine Poolstange in passender Größe für seinen Pool besitzt jeder Poolbesitzer früher oder später ohnehin. Daneben lagen noch eine bebilderte Bedienungsanleitung in Deutsch (und vier weiteren Sprachen) und eine riesige Schnellstartanleitung. Das war es erst einmal.
Direkt auf dem Karton gab es dann noch den wichtigen Hinweis: „For routine cleaning only. NOT for first-time seasonal cleanup.“ („Nur für die routinemäßige Reinigung. NICHT für die erste saisonale Grundreinigung.“) Ja okay, vor der Poolsaison soll man dann wohl doch besser einmal selbst ran.
Den Poolroboter befreit man als Erstes von seinen ganzen Transport-Klebestreifen und -folien und lernt dabei unweigerlich auch seine Innereien und Klappen alle mal kennen – man muss ihn ja schließlich auch ab und zu mal reinigen. Nach nicht einmal fünf Minuten hing er dann schon am Netzteil, um den Akku vollständig aufzuladen.
Währenddessen habe ich die Beatbot-App heruntergeladen und den zwingend notwendigen Account eingerichtet. Eine E-Mail-Adresse, ein Passwort und ein beliebiger Benutzername reichen hierbei aus, und schon geht es darum, den Roboter seinem neuen Account hinzuzufügen. Den Poolroboter erkennt man entweder via Bluetooth (die App zeigt einem auch, wie man das am Poolroboter aktiviert) oder man scannt den aufgeklebten QR-Code.
Im nächsten Schritt wird dem Poolroboter dann verraten, wie er ins WLAN kommt, und das war es dann auch schon. Als Erstes kam der Hinweis auf ein neues Firmware-Update (das kennt man ja zur Genüge von seinem sonstigen Gerätepark im WLAN), das ich dann auch installieren ließ. Der Akku war ja schließlich auch noch nicht voll.
Bis hierhin hat das Ganze 10–15 Minuten gedauert, alles war einfach und unkompliziert, und die App bietet einem an den passenden Stellen Hilfestellungen an.
Die erste Reinigung
Um eine Reinigung zu starten, schaltet man den Sora 70 ein und setzt ihn vom Beckenrand aus ins Wasser. Zum Einschalten drückt man den Schiebeschalter entweder in Richtung „Pro-Modus“ oder in die Richtung des voreingestellten Modus (standardmäßig sind das: Boden, Wände und Wasserlinie) und dann ab ins Wasser. Der „Pro-Modus“ reinigt zusätzlich noch die Wasseroberfläche. Der Sora 70 beginnt dann direkt damit, Wasser anzusaugen, sinkt nach ein paar Minuten zu Boden und beginnt mit seiner Arbeit.
Diese beiden Möglichkeiten hat man direkt am Poolroboter ganz ohne die App zu öffnen, und das bietet sich förmlich für die regelmäßige Nutzung an. Nach dem Einschalten kann man in der App den voreingestellten Modus anpassen und die Dauer der Reinigung festlegen, zumindest solange der Sora 70 noch an der Wasseroberfläche ist. Ist er erst einmal abgetaucht, wird die Verbindung anscheinend gekappt und er reinigt den Pool.
Wenn er fertig ist, kommt er wieder an die Oberfläche und kann dann, falls er das in der Mitte des Pools macht, mit der in der App enthaltenen Fernbedienung zum Rand gesteuert und einfach wieder aus dem Pool genommen werden.
Die Fernbedienung kann man auch nutzen, um den Poolroboter gezielt auf der Wasseroberfläche fahren zu lassen, um einzelne Blätter aufzusammeln – aber dafür braucht man Geduld. Interessant waren dabei aber die beiden Wasserdüsen, mit denen der Sora 70 vor sich einen Trichter formt, um die Blätter und alles andere an der Wasseroberfläche daran zu hindern, im letzten Moment doch noch an seiner Öffnung vorbeizuschwimmen.
Nach der ersten Reinigung war ich ziemlich erstaunt, was er in seinem Korb, in dem eigentlich sauberen Pool, doch noch an Sand und Dreck aufgesammelt hat. Er fuhr Boden und Wände nicht irgendwie kreuz und quer ab, sondern effizient in geraden und gleichmäßigen Bahnen. Einzig die Rempler gegen die Stangen der im Pool stehenden Treppe wirkten ein wenig unbeholfen. Insgesamt war die Reinigungsleistung wirklich sehr gut.
Wartung
Nach der Reinigung will der Filter geleert und gesäubert werden. Das Volumen des Filters von sechs Litern wirkt auf den ersten Blick hoffnungslos überdimensioniert. Wenn man aber bedenkt, dass er auch Laub an der Wasseroberfläche aufsammelt, ist das entweder noch immer sehr großzügig dimensioniert – oder man hat wirklich sehr viel Laub in seinem Pool.
Um den Filter zu leeren, öffnet man einfach die obere Klappe und nimmt den kompletten Filter an seinem versenkten Griff heraus, leert diesen und spült ihn unter fließendem Wasser aus. Danach kommt der Filter wieder zurück in den Poolroboter. Das Ganze passt nur in genau eine Richtung und gleitet regelrecht wieder in seine Position. Das wirkt alles sehr stabil und robust. Und dann ist man auch schon wieder fertig.
Was noch interessant ist: Man kann die Oberfläche der Reinigungswalzen abnehmen und tauschen, falls sie mal beschädigt werden. Das sind nur Gummimatten, die an Gummilaschen angeknüpft werden, und sie scheinen dafür gemacht zu sein, bei Bedarf einfach getauscht werden zu können.
Praxis
Ich habe den Sora 70 meistens zwei- bis dreimal die Woche durch den Pool gejagt. Der einfache Start komplett ohne App war dafür hervorragend. In der App hat man noch einen Verlauf darüber, wann gereinigt wurde.
Die „Parken-Funktion“ in der App war das Einzige, was Probleme machte, weil mein Pool rundherum eine Kante hat, die in den Pool hineinragt – an der kann er natürlich nicht vorbei.
Der mitgelieferte Filter arbeitet mit 150 µm, das ist ausreichend für so ziemlich alles, was man unter seinen Füßen spürt und gegebenenfalls noch im Wasser sehen kann. Ich hatte allerdings nach dem Urlaub diesen allen Poolbesitzern bekannten Algen-Schmierfilm an den Wänden. Einmal reinigen lassen, und die Wände waren alle wieder wortwörtlich spürbar sauber. Allerdings ist das, was nun nicht mehr an den Wänden hing, zu fein für den mitgelieferten Standard-Filter und landete wieder im Wasser. Abhilfe kann hier der ab Ende August optional erhältliche „Ultra-Fein Dual-Filterkorb“ (für 59 €) sein, mit 3 µm. Oder man lässt den Skimmer und seine Wasserpumpe das Problem mit der Zeit lösen – wenn man denn einen Skimmer hat.
Fazit
Der Sora 70 tut, was er soll: Er reinigt den Pool. Und zwar komplett. Er reinigt Boden, Wände, Wasserlinie sowie die Oberfläche des Pools. Das Ganze passiert, wenn man die Ausprobier- und Spielphase hinter sich hat, alles sehr unaufgeregt. Dazu gehört auch die einfache Entnahme an der Wasseroberfläche.
Spart man sich mit ihm Zeit seinen Pool zu reinigen? Definitiv. Denn mehr als 10-15 Minuten zum Starten, wieder Herausholen und zum leeren des Filterkorbs wendet man nicht mehr auf, wenn sich das alles mal eingespielt hat. Verglichen mit der manuellen Reinigung mit der Poolbürste, ist das ein Segen.
Insgesamt habe ich nichts an ihm auszusetzen. Der Sora 70 ist mit einem Preis von 1.499 € angegeben und aktuell im Rahmen einer Sommeraktion ("Das Große Sommerfinale") bis zum 16.08. für 1.049 € direkt bei Beatbot auf der Webseite zu bekommen. Im freien Handel ist der Preis auf ähnlichem Niveau.
Technische Daten
Poolgröße: bis 300 m²
Reinigungsarten: Wasseroberfläche, Boden, Wände, Wasserlinie und Flachwasserzonen (ab 20 cm Wassertiefe)
Akkulaufzeit: bis zu 5 Stunden (im reinen Bodenmodus)
Ladezeit: 4,5 h
Reinigungsdauer: variabel einstellbar
Filterkapazität: 6 Liter (Standard-Filterfeinheit 150 µm, optional feinerer Filter verfügbar)
Saugleistung / Durchfluss: 25.700 Liter pro Stunde
Gewicht: 10 kg
Abmessungen: 43,4 cm (L) × 43,0 cm (B) × 28,5 cm (H)
Steuerung: Schieber am Gerät und die Smartphone-App
IP-Schutzklasse: IP68
Transparenzhinweis: Beatbot hat uns den Sora 70 für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf unsere Bewertung und das Ergebnis des Tests hatte die Bereitstellung keinen Einfluss.