250 Jahre US-Unabhängigkeit: Berliner Spielestudio Wooga verwandelt „June's Journey" in eine weltweite Suche nach verschollenen Schätzen

Das Berliner Spielestudio Wooga startet eine Aktion, die es in dieser Form bislang nicht gegeben hat*: Erstmals werden echte, bis heute vermisste historische Objekte in ein
Videospiel eingebaut. Es handelt sich um reale Fälle, deren Spuren sich teils vor Jahrzehnten verloren haben.

Schauplatz ist June's Journey, Woogas international erfolgreiches Wimmelbildspiel und das umsatzstärkste seines Genres weltweit**. Ab dem 3. Juli, einen Tag vor dem 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit, tauchen im Spiel verschollene Artefakte aus der Zeit des Unabhängigkeitskriegs auf. Aus der gewohnten Suche nach versteckten Objekten am Bildschirm wird damit eine reale Schatzsuche, denn die gesuchten Stücke könnten tatsächlich noch existieren - in Privatsammlungen, auf Dachböden oder in vergessenen Archiven.

Dass die Aktion in Berlin entsteht, passt zur Ausrichtung des Studios. Wooga entwickelt seine Spiele für ein weltweites Publikum, und während die große Mehrheit der Spielerinnen und Spieler aus den USA kommen, ist auch die deutsche Spielergemeinschaft eine der aktivsten. Die Idee dahinter ist unabhängig vom Wohnort der Spielerinnen und Spieler: Ein aufmerksamer Blick kann überall dazu beitragen, dass ein verloren geglaubtes Objekt wieder auftaucht.

Sechs der bemerkenswerten Objekte werden direkt ins Spiel eingebaut, weitere stellt Wooga auf einer begleitenden Website vor. Dazu gehören die fehlenden zwei Drittel des Wappens von König Georg III., das zu Beginn der Revolution aus der Christ Church in Philadelphia verschwand, eine 1789 geprägte Medaille zu Ehren von General Daniel Morgan, die 1818 aus einem Banktresor gestohlen wurde, sowie ein kunstvoll besticktes Leinentuch, ein sogenannter Sampler, das das längst abgerissene Anwesen eines Continental-Army-Offiziers zeigt.

Andere Fälle lesen sich wie Kriminalgeschichten. Die Taschenuhr des hingerichteten britischen Spions Major John André wurde 1975 aus einer New Yorker Museumsvitrine gestohlen. Das Porträt des Loyalisten James Moody verschwand 1981 während einer Hochzeit aus einer Kirche in Nova Scotia. Und der Grabstein des Revolutionshelden Captain John James wurde 1983 vom Familienfriedhof in Virginia entwendet.

Alle Stücke bleiben den gesamten Jubiläumsmonat über Teil des Spiels. Wer ein solches Objekt schon einmal gesehen hat, ob geerbt, zu Hause entdeckt oder anderswo gefunden, kann auf [l|www.junesjourney.com/missing-objects] Hinweise und Fotos einreichen. Geprüft werden die Einsendungen von Don Hagist, Autor und geschäftsführender Redakteur des Fachmagazins Journal of the American Revolution.

Vorbild für das Projekt ist ein realer Fund. Das Gemälde Schlafende Dame mit schwarzer Vase des Künstlers Róbert Berény galt jahrzehntelang als verschollen, bis es im Hintergrund einer Szene des Films Stuart Little (1999) auftauchte. An Heiligabend 2009 sah der ungarische Kunsthistoriker Gergely Barki den Film mit seiner dreijährigen Tochter, erkannte das Werk und konnte es schließlich aufspüren und zurückholen.

Für die Auswahl der Objekte hat Wooga gemeinsam mit Museen, Galerien, historischen Stätten, Fachleuten und Nachfahren der ursprünglichen Eigentümer recherchiert.

Ben O’Donnell, Game Director von June’s Journey, sagt dazu: „Diese Objekte in June's Journey zu integrieren, ist nicht nur eine Hommage an den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, sondern an die ganze Geschichte von Artefakten, die mit prägenden Momenten verbunden sind und verloren, verschleppt oder vergessen wurden. Objekte schaffen eine greifbare Verbindung zur Vergangenheit; sie verankern Geschichte in etwas Physischem, Persönlichem und Bleibendem. Indem wir diese verlorenen realen Objekte ins Spiel holen, möchten wir unsere Spielerinnen und Spieler dazu anregen, ihre eigene Familiengeschichte und ihre Erbstücke zu erkunden und sie vielleicht als Träger unerzählter Geschichten zu sehen. Die Entdeckung von Róbert Berénys Gemälde am Set von Stuart Little zeigt, wie ein wacher Blick ein verlorenes Meisterwerk zurückholen kann. Mit dieser Initiative hoffen wir, dass unsere Spielerinnen und Spieler genau diesen Moment teilen können. Es ist ein einzigartiger Moment in der Geschichte der Spiele, der eine reale Schatzsuche nach enorm wichtigen vermissten und verborgenen Objekten anstößt."

Don Hagist, Autor und geschäftsführender Redakteur des Journal of the American
Revolution, ergänzt: „250 Jahre nach der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung hilft uns der Blick zurück, das gemeinsame kulturelle Erbe zu würdigen und uns an die Prinzipien zu erinnern, auf denen Amerika gegründet wurde. Die Artefakte, die diese Epoche symbolisieren und lebendig werden lassen, sind für dieses Gedenken unverzichtbar. Die Vorfahren, die im Unabhängigkeitskrieg so tapfer für Freiheit und Selbstbestimmung kämpften, leben nicht nur in der Erinnerung weiter, sondern auch in den Gegenständen, die sie hinterlassen haben. Wenn diese Objekte verschwinden, verlieren wir eine Verbindung zur Vergangenheit. Sie zu finden ist entscheidend dafür, dass wir unsere gemeinsame Geschichte wahrheitsgetreu erzählen können. Meine Arbeit als Historiker war stets dem Ziel gewidmet, eine lebendige Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu schaffen. Ich bin überzeugt, dass jede Generation in der Verantwortung steht, neue Wege zu finden, um Menschen zu erreichen und Geschichte mit neuen Mitteln und Technologien zum Leben zu erwecken. Es ist erfreulich zu sehen, wie diese Objekte in ein modernes Spiel einfließen und Artefakten neue Aufmerksamkeit verschaffen, die so dringend Anerkennung, Wiederbeschaffung und Rückführung verdienen. Es war mir eine große Freude, dieses Projekt zu unterstützen und die Geschichten hinter diesen vermissten Artefakten mit aufzudecken, in der Hoffnung, dass sie eines Tages gefunden werden."

  • Soweit uns bekannt und basierend auf der Durchsicht öffentlich zugänglicher Quellen, hat kein Spiel zuvor fehlende Kulturerbe-Artefakte, d.h. Gegenstände unbekannten Verbleibs, integriert, um deren Wiederentdeckung in der realen Welt zu unterstützen.

    • Laut Sensor Tower belegt June's Journey seit April 2019 bei den In-Game-Käufen im Untergenre „Hidden Object (Puzzle)“ im Apple App Store und Google Play den ersten Platz.

3. Juli 2026, von Markus 'Markus S.' Schaffarz